Füchse gelten als schlau, Eulen als weise, Eichhörnchen sind niedlich und Rabenvögel? Warum sprechen wir von „Rabeneltern“, wieso ist ein Tag „rabenschwarz“ und warum werden Hexen von Raben begleitet? Diesen und weiteren Fragen gingen die NAJU-Kinder im Januar nach. Der schlechte Ruf der Kolkraben war eine der Ursachen für die Ausrottung der Art. In weiten Teilen Mitteleuropas war die Verfolgung durch den Menschen bis etwa 1940 so stark, dass es keine Raben mehr gab. Zum Glück hat sich ihr Bestand inzwischen erholt. Aus heutiger Sicht ist dieser Irrglaube nicht mehr nachvollziehbar, denn die Vögel sind nachweislich sehr sozial und intelligent.
Um die Intelligenz der Rabenvögel besser nachvollziehen zu können, brachte Birgit den NAJU-Kindern einen Test mit, der auch schon mit Kolkraben durchgeführt wurde. Sie mussten geometrische Figuren vergleichen und erkennen, welche Figuren nur gedreht wurden ohne sie zu verändern. Wie die intelligenten Vögel schnitten die Kinder bei dem Experiment sehr gut ab. Außerdem erfuhren sie bei einem Naseweisspiel von Michaela, dass der Eichelhäher auch zu den Rabenvögeln gehört und dass sich dieser gerne in Ameisenhaufen wälzt, um seine Parasiten loszuwerden. Diese werden durch die Ameisensäure beim „Einemsen“ abgetötet.
Bei einem Spaziergang im Umfeld des Naturschutzzentrums schlüpften die Kinder unter Anleitung von Ute in verschiedene Rollen, um die Verhaltensweisen der Rabenvögel nachzuspielen. Sie bauten in kleinen Gruppen tolle Nester und vertrieben mit Flügelschlagen und Kreischen Feinde von ihrem Nest. Außerdem versteckten sie Nüsse, täuschten Verstecke vor und räuberten die Verstecke anderer. Ganz wie der Eichelhäher. Dieser legt bis zu 5.000 Eicheln als Wintervorrat an. Er hat zwar ein gutes Gedächtnis, aber bei dieser großen Menge vergisst er auch mal ein Versteck. Entweder profitieren andere Tiere davon oder er sät damit neue Bäume und sorgt für ihre Verbreitung.
