Seit einigen Wochen beschäftigt sich die DRK-Jugend auch mit Themen der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Beim Tag der sauberen Landschaft hatte sie auch fleißig in Hillscheid angepackt.
Ute Klapthor und Birgit Dommermuth stellten bei ihrem Besuch in Höhr-Grenzhausen die Arbeit der NABU Ortsgruppe Montabaur und Umgebung vor, zu deren Wirkungsgebiet auch Höhr-Grenzhausen gehört. Zunächst ging es um das Wahrzeichen des NABU, den Weißstorch. Schon bei der Begrüßung wurde „geklappert“ und der Kopf gebeugt, so wie das bei Familie Storch auf dem Nest üblich ist, wenn sich die Tiere dort „Hallo“ sagen.
Was tun nun die Naturschützer der NABU-Ortsgruppe? Einige sind im Frühjahr als „Krötenretter“ aktiv, Johannes ist „Draußenanpacker“ und betreut z.B. Orchideenwiesen und einen Weiher. Christine ist eine „Wiesenfee“, weil sie mit ihren tierischen Landschaftspflegern/Rasenmähern die Florianswiese offen hält. Da den beiden Ziegen die Baumschösslinge so gut schmecken, dass sie nicht in die Höhe wachsen können, bleibt die Wiese erhalten. Bernhard ist „Bullenhüter“ in der „Marau“, er betreut eine Herde Jungbullen. Jonas ist Naturschutzzentrumverwalter. Und viele andere packen mit an, damit die heimische Natur „gesund“ erhalten bleibt.
Ute nannte sich „Bienenhotelmanagerin“, die Wildbienen Legeröhren für den Nachwuchs anbietet. Birgit nannte sich Wildkräuterhüterin. Die Kinder und Jugendlichen des DRK-Ortsvereins stellten sich ihrerseits als zukünftige „Lebensretterinnen“, „Wundversorger“, „Tröster“ und „Nothelferinnen“ vor.
Damit zukünftige Lebensretter*innen auch Giftpflanzen erkennen können, hatten die NAJU-Betreuerinnen zwei sehr ähnliche Pflanzen mitgebracht, Maiglöckchen und Bärlauch. Letztlich verriet sich der Bärlauch durch den intensiven Knoblauchgeruch, der verletzten Blätter entströmt und konnte als leckeres Wildkraut eingeordnet werden. Dass Maiglöckchenblüten fein duften aber die Pflanze in allen Teilen giftig ist, erfuhren die Kinder außerdem.
Leisten die Naturschützer der Natur „Erste Hilfe“ oder hilft sich die Natur selbst und häufig auch uns? Die Kinder sollten entscheiden, ob solche Behauptungen richtig oder falsch sind, z.B. „Gewässer können sich selbst sauber halten“. Nach der nicht ganz eindeutigen Entscheidung folgten lebhafte Diskussionen. Ergebnis, solange die Belastungen natürlichen Ursprungs sind, schaffen dies der Bach, See und Meer ganz gut selbst. Verschmutzen die Menschen die Gewässer stark, müssen Natur- und Umweltschützer auch mal „Erste-Hilfe“ leisten. In Naturlandschaften gibt uns die Natur sauberes Wasser kostenfrei und in ausreichender Menge. Mit unzähligen Ökosystemleistungen sorgt die Natur zuverlässiger für uns, als wir für die Natur.
Da einige Spiele und Aktivitäten den Vortrag unterbrachen, hatte alle viel Spaß und sicherlich zu Hause einiges zu erzählen, z.B. auch über die schlauen Kolkraben, die wie die Kinder ein sehr gutes Gedächtnis für Verstecke haben. Vielen Dank an Marion Kastenholz und ihr DRK-Team, die das Treffen organisiert und unterstützt haben.
